Zwölf Nocturnes aus der Niederlande - Neun
Cecilia Meireles
Ich sah deine Kleider leuchten
ohne irgendeinen Schein des Tages.
Sie sagten Licht von Blumen zu sein,
Blumen aus weiten Auen,
deren Namen sie nicht wussten...
ohne irgendeinen Schein des Tages.
Sie sagten Licht von Blumen zu sein,
Blumen aus weiten Auen,
deren Namen sie nicht wussten...
Ich sah dein leuchtendes Gesicht
auf meinem Schweigen sich beugen.
Doch sagten sie der Mond zu sein,
Prismen von Sternen, Sande,
Meeresleuchtkraft...
Und deine Stimme sprach mich
in großen üppigen Strahlen.
Doch sagten sie der Wind zu sein,
der Herbst durch die Gezweige,
die blinde Sprache der Muscheln...
Und ging ich mit dir in meiner Seele
wie die Könige ihre Kronen tragen
und die Mütter bringen ihre Kinder
und das Meer seine Bewegung
und der Urwald seine Düfte.
Sie sagten, dass es aus Nacht war,
der Luftspiegelung der Wünsche...
Ich muss meine Augen in die tausend
Flüsschen der Morgenröte tauchen,
um zu sehen, ob ich dich noch sehe.
Aus dem portugiesischen Original: Doze Noturnos da Holanda (Nove).
In deutscher Übersetzung von Sergio dx, am 30.06.2011.
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